Wenn Worte verletzen: Die Linke warnt vor verrohter Debattenkultur

Am Samstag, den 30. August, kam es am Infostand der Partei Die Linke in der Bocholter Innenstadt zu einem Vorfall, der für uns eine klare Grenze überschreitet.

Eine junge Genossin, die dort ehrenamtlich Flyer verteilte, wurde von einem Passanten mit den Worten konfrontiert, sie solle sich „erschießen“. Solche Aussagen sind nicht nur respektlos, sondern menschenverachtend. Sie stehen sinnbildlich für die zunehmende Verrohung der politischen Debattenkultur – auch auf kommunaler Ebene.

Wir sind es gewohnt, Beleidigungen und Beschimpfungen aushalten zu müssen. Doch Drohungen oder Aufforderungen zum Suizid haben in einer demokratischen Gesellschaft keinen Platz. Wenn solch eine Sprache zur Normalität wird, ist unsere Demokratie in Gefahr. Wir appellieren deshalb an alle Bürgerinnen und Bürger: Denken Sie nach, bevor Sie sprechen – Worte können verletzen und Grenzen überschreiten.

Die betroffene Genossin brauchte nach dem Vorfall Zeit, um sich davon zu erholen. Umso wichtiger war es, dass Vertreter*innen der SPD und CDU noch am selben Tag an unseren Stand kamen und ihre Solidarität bekundeten. Die Grünen sowie die Jungen Liberalen haben ebenfalls im Laufe des Tages ihre Solidarität bekundet. Dafür möchten wir uns ausdrücklich bedanken. Demokratie lebt vom respektvollen Miteinander – auch bei aller inhaltlichen Auseinandersetzung.

Leider bleibt es nicht bei verbalen Entgleisungen. Kreisweit werden regelmäßig Plakate der Partei Die Linke beschädigt oder entfernt – auffallend häufiger als die anderer Parteien. Wir gehen konsequent dagegen vor und bringen entsprechende Vorfälle zur Anzeige. Hinweise aus der Bevölkerung nehmen wir dankend entgegen. Wer beobachtet, dass Plakate zerstört oder entfernt werden oder wurden, kann uns dies gerne mit Foto oder Video melden an vorstand@dielinke-kvborken.de .

Unsere Botschaft ist klar: Demokratie braucht Respekt, Solidarität und einen fairen politischen Wettbewerb. Wir werden uns weiterhin engagiert für eine offene, soziale und gerechte Gesellschaft einsetzen – trotz aller Widerstände.