Auswertung: Frauenbild der AfD und anderer Rechter
Auswertung unserer Veranstaltung
Die Veranstaltung „Das Frauenbild der AfD und anderer Rechter“ vom 05. Juli war ein Erfolg für den Stadtverband!
Unsere Referentin Edith Bartelmus-Scholich hat uns eine lehrreiche Präsentation mit vielen Zitaten von AfD-Politikern und aus dem Wahlprogramm vorgestellt. Es wurde mehr als deutlich, welche Einstellungen und Anschauungen in den Kreisen mehrheitsfähig sind, und auf was für eine Tradition diese aufzuweisen haben. Auf Wunsch kann die Präsentation allen Parteimitgliedern zur Verfügung gestellt werden!
„Männer sind mehr für die Politik gemacht“. Die “Otto-Normal-Frau” hingegen, sei eher nicht an Politik interessiert. Befähigte Frauen seien in seiner Partei aber herzlich willkommen. „In der AfD wird es aber eines nie geben, eine Frauenquote.“
(Nikolaus Kramer, AfD, zitiert nach NDR 2018)
Das Frauenbild von Rechten
Das Frauenbild von Rechten ist tief in biologistischen Vorstellungen verwurzelt. Frauen werden aufgrund ihres biologischen Sexes als sanft, hingabevoll und schwach angesehen. Ihnen wird nicht nur abgesprochen sich politisch zu beteiligen, sondern alle Errungenschaften der feministischen Bewegungen. Die ideale Frau in der Vorstellung von Rechten ist eine kochende Hausfrau und gebärfreudige Mutter.
Dieses veraltete, anti-feministische Frauenbild der rechtsextremen Partei wird zum Großteil von Männern verbreitet, und spricht hauptsächlich Männer an. Frauen machen nur 19% unter den Parteimitgliedern (2017), und 11,8% (insgesamt 17 von 151) in der Bundestagsfraktion (21. Bundestag) aus. Mit einem Wahlergebnis von 8% bei Wählerinnen aller Altersklassen zeigt sich, dass diese Politik von einer überwältigenden Mehrzahl Frauen abgelehnt wird.
Familien und Schwangerschaften
Beim Themenkomplex der Familie verbindet sich der Antifeminismus mit heteronormativen Vorstellungen und einem rassistischen Weltbild zu einem Wahlplakat auf dem eine schwangere Frau zu sehen und der Spruch „‘Neue Deutsche?‘ Machen wir selber.“. Die Rechten fürchten um die Geburtenrate in Deutschland. Aus Angst vor einer vermeintlichen „Umvolkung“ oder „Überfremdung“ wollen Rechtsextreme, dass deutsche Frauen mehr deutsche Kinder bekommen. Zu diesem Zweck soll nicht nur das Familienbild von Vater und Mutter mit Kind(ern) als natürlich beworben werden, sondern auch der StGB-Paragraph 218 Schwangerschaftsabbruch verschärft werden. Bei der Schwangerschaftskonfliktberatung soll nicht mehr die Frau im Mittelpunkt stehen, sondern die Geburt des Kindes. Mit Aussagen wie „Ungeborene Kinder haben ein Recht auf Leben[…]“ und dem Stichwort „Lebensschutz“ versucht die AfD sich mit der christlich-fundamentalistischen „Lebensschutzbewegung“ (MünchenChronik) zu verbünden. Beatrix von Storch im Besonderen hat eine gute Beziehung zu militanten dogmatischen christlichen Bewegungen. Ähnliche Strategien verfolgen auch die US-amerikanischen Republikaner.
Fragen und Austausch
Nach Ediths Präsentation hatten die Anwesenden die Möglichkeit Fragen zu stellen, Erfahrungen zu Teilen oder Lösungsansätze zu diskutieren. In der Gruppe haben wir viel über pädagogische Präventionsarbeit geredet. Es wurden ein Beispiele aus skandinavischen Ländern angesprochen, unter anderem der Kindergarten Egalia, in welchem Kinder eine Geschlechtsneutrale Erziehung erhalten (DasErste & Doku). Wir waren der Meinung, dass alle Kinder eine empathische Erziehung genießen sollten, um sie gegen die hasszerfressenen antifeministischen Weltbilder Rechter zu immunisieren.
Außerdem kamen wir auf die Netflix-Serie „Adolescene“ zu sprechen, welche die Incel-Bewegung (involuntary celibat; dt.: unfreiwillig sexuell enthaltsam) thematisiert. In der Serie wird nachgezeichnet, wie ein 13-jähriger Junge aufgrund von realen Problemen immer tiefer in die extremistische Bewegung gezogen wird und sich radikalisiert, bis der Protagonist eine Mitschülerin tötet. Die Serie wurde hoch gelobt und zeigt deutlich, wie sich solche Prozesse abspielen können, ohne dass Eltern oder andere Angehörige es merken (WDR).
Fazit
Bei der Veranstaltung konnten alle Teilnehmenden den eigenen Horizont erweitern. Es war ein geselliges Zusammenkommen mit spannenden Unterhaltungen! Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Veranstaltung mit Edith im August, bei welcher wir über kommunale Klimapolitik sprechen werden!
